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Freitag, 1. März 2024

POL-WI: Gesellschaft Bürger und Polizei e.V. belobigt Bürgerinnen und angehende Polizeibeamte für Zivilcourage

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Wiesbaden (ots) –

Am 29. Juni 2023 empfing der Vorsitzende der Gesellschaft Bürger und Polizei e.V. und Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Westhessen, Felix Paschek, drei Bürgerinnen aus Wiesbaden und drei angehende hessische Polizeibeamte in den Räumlichkeiten des Polizeipräsidiums Westhessen.

Alle Geehrten, die für ihr vorbildliches Verhalten ausgezeichnet wurden, sind über sich hinausgewachsen. Sie alle haben ein besonderes Maß an Courage und Hilfsbereitschaft gezeigt.
„Die Gewährleistung der Sicherheit ist Hauptaufgabe der Polizei. Ein Teil der Wahrheit ist aber auch, dass wir nicht überall sein können. Wir sind auch immer auf die Bürgerinnen und Bürger angewiesen, die der Polizei verdächtige Wahrnehmungen mitteilen“, äußerte sich Herr Paschek zu Beginn der Veranstaltung.

Durch das aufmerksame und schnelle Handeln einer Zeugin aus Wiesbaden konnte am 11. Dezember 2022 ein verkehrsuntüchtiger Fahrer durch die Polizei gestoppt werden.
Die 45-jährige Autofahrerin fuhr mit ihrem Pkw auf dem Kaiser-Friedrich-Ring in Richtung Biebricher Allee, als sie von einem weißen Mercedes zügig links überholt wurde. Als sie kurze Zeit später an einer Ampelanlage verkehrsbedingt halten musste, hielt der 37-jährige Mercedesfahrer neben ihr an. Nachdem die Ampel wieder grünes Licht zeigte und die Zeugin losfahren wollte, blieb der Mercedesfahrer jedoch stehen. Die 45-Jährige sah, dass der Fahrer am Steuer eingeschlafen war und nicht mehr reagierte. Sie wählte den Polizeinotruf und versuchte den Fahrer aufzuwecken. Nach kurzem Zögern blickte er schließlich auf, hob die Hand zur Entschuldigung und fuhr los. Durch eine Polizeistreife konnte der 37-jährige Fahrer schließlich in der Westendstraße angetroffen und kontrolliert werden. Da der Mann unter Einfluss von Betäubungsmitteln und Alkohol stand, wurde er zum Polizeirevier gebracht, wo ein Arzt eine Blutentnahme durchführte. Herr Paschek bedankte sich bei der Zeugin, die namentlich nicht genannt werden wollte und überreichte ihr zum Dank zwei Geschenke.

In der Wiesbadener Volksbank am Schillerplatz verhinderte das wachsame Verhalten der Bankmitarbeiterin Miryam Sakru einen hohen Vermögensverlust zum Nachteil einer 56-Jährigen. Am 27. Oktober 2022 betrat eine unbekannte Frau, die zuvor eine Geldbörse aus einem PKW entwendet hatte, mit einer Perücke und einem Mundschutz bekleidet, die Bankfiliale. Die Frau wollte sich bei der 34-jährigen Bankmitarbeiterin Miryam Sakru unter Vorlage der gestohlenen Bankkarte und des ebenfalls gestohlenen Ausweises 45.000 Euro in bar auszahlen lassen. Da es sich um einen sehr hohen Geldbetrag handelte, fragte Frau Sakru zuerst nach dem Grund der Abhebung. Als die Frau erklärte, dass das Geld für die Bezahlung von Handwerkern sei, wurde die 34-Jährige misstrauisch. Sie bat die Frau, die Maske herunterzunehmen und erkannte, dass die Dame vor ihr nicht mit der Kundin auf dem Foto des Personalausweises übereinstimmte. Als die Bankangestellte zudem die abgeklebten Finger der Dame bemerkte, erhärtete sich ihr Verdacht eines Betruges. Sie entschuldigte sich kurz bei der Frau und verließ den Kassenbereich, um zu telefonieren. Die Unbekannte merkte, dass sie aufgeflogen war und eilte schnurstracks aus der Bankfiliale.

Am 01. September 2022, ging die 29-jährige Wiesbadenerin Mariem Klai dazwischen, als eine Frau in einer Buslinie von einem 87-Jährigen sexuell belästigt wurde. Die Zeugin beobachtete von ihrem Sitzplatz aus, dass ein älterer Mann sich neben eine ihm unbekannte Frau setzte und diese verbal sowie körperlich bedrängte. Frau Klai fasste sich ein Herz und sprach den Mann auf sein Fehlverhalten an. Daraufhin ließ er die Frau los, welche sodann fluchtartig an der nächsten Haltestelle den Bus verließ. Mariem Klai hielt den Mann jedoch fest und rief dem Busfahrer zu, er solle niemanden mehr aus dem Bus lassen und die Polizei verständigen. Der Beschuldigte konnte schließlich von der alarmierten Polizeistreife kontrolliert und wegen sexueller Belästigung angezeigt werden. „Sie haben großen Mut bewiesen, als Sie dazwischen gingen und den Mann festhielten. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bei Ihnen bedanken“, erklärte Herr Paschek vor allen Anwesenden.
Frau Klai erzählte, dass Sie selbst einmal in solch einer ähnlichen Situation gewesen war und ihr damals niemand geholfen hatte. Deshalb fand sie es für sich persönlich besonders wichtig, hier geholfen zu haben.

Mut hatten auch drei junge Polizeischüler aus Wiesbaden gezeigt. Ein 29-jähriger Wiesbadener verdankt dem couragierten Eingreifen der drei hessischen Polizeikommissaranwärtern, dass er im Rahmen einer körperlichen Auseinandersetzung nur leicht verletzt wurde. Als zwei der drei Polizeischüler nach ihrem Dienst die Polizeikaserne in der Wiesbadener Straße verließen, um sich auf den Weg ins Wochenende zu begeben, wurden sie auf eine Schlägerei aufmerksam. Gegenüber der Kaserne auf einem Hotelparkplatz traten und schlugen drei Männer auf einen am Boden liegenden Mann ein. Die beiden angehenden Polizisten riefen den Tätern zu, umgehend von dem Mann abzulassen. Die Schläger kehrten dem Verletzten daraufhin den Rücken und liefen davon. Als zufällig ein Mitstudierender mit seinem Auto an der nahegelegenen Ampelanlage wartete, informierte einer der beiden Polizeischüler ihn über den Vorfall und gab ihm eine Täterbeschreibung. Tatsächlich fand der Mitstudierende den Haupttäter und verhalf den bereits fahndenden Streifen zur Festnahme des Mannes. „Das Land Hessen war sehr weise, Sie einzustellen“, erklärte Herr Paschek und freute sich über das vorbildliche Verhalten der drei angehenden Polizeibeamten.

Immer wieder versuchen Betrüger am Telefon Seniorinnen und Senioren mit den unterschiedlichsten Maschen um ihr Geld zu bringen. Der Enkeltrick oder der Trick des „falschen Polizeibeamten“ gehört nun schon viele Jahre zum Repertoire der Betrüger.
In einer Filiale der Nassauischen Sparkasse in Wiesbaden- Nordenstadt konnte die 32-jährige Bankmitarbeiterin, Nicole Haybach, einen solchen Enkeltrick verhindern. Als am 03. Februar 2023 die 82-jährige Kundin bei Frau Haybach 20.000 Euro in bar abheben wollte, wurde die Zeugin hellhörig und fragte nach dem Grund der Abhebung. Die Kundin erklärte das Geld für die Hochzeit ihrer Nichte zu benötigen. Sabine Haybach schöpfte jedoch Verdacht, versuchte der Bankkundin verständlich zu machen, dass es sich mit Sicherheit um einen Trickbetrug handelt und verständigte die Polizei.

Einen ähnlichen Fall konnte die 49-jährige Bankmitarbeiterin der Wiesbadener Volksbank in Taunusstein-Wehen, Sabine Herzog, am 5. April 2023 lösen. Eine betagte Dame erhielt einen Schockanruf eines falschen Polizeibeamten, welcher die Frau aufforderte 30.000 Euro für die Hinterlegung einer Kaution für ihren Enkel zu bezahlen. Dieser sollte mit seinem PKW eine Frau angefahren haben und nun in Haft sitzen. Die 86-jährige Kundin begab sich umgehend zur Wiesbadener Volksbank und wollte bei Frau Herzog 30.000 Euro in bar abheben. Frau Herzog erklärte der Kundin, dass sie in der Filiale keine Kasse mehr hätten, um solch einen hohen Betrag auszahlen zu können. Da die Bankmitarbeiterin aber einen Verdacht schöpfte, fragte sie die 86-Jährige nach dem Grund der Abhebung. Die Kundin wehrte zuerst ab und wollte keine Erklärung dazu abgeben. Sabine Herzog ließ jedoch nicht locker und zählte einige Beispiele auf, weswegen sie das Geld eventuell benötigen könnte. Sie beschrieb hierbei verschiedene Betrugsmaschen wie beispielsweise die des falschen Polizeibeamten. Die 86-Jährige wurde nun unsicher und wirkte sichtlich aufgeregt. Frau Herzog benötigte viel Überzeugungskraft, bis die Kundin ihr schließlich von dem angeblichen Polizeibeamten erzählte.
Frau Herzog und Frau Haybach waren leider kurzfristig verhindert und konnten an der Veranstaltung nicht teilnehmen.

Neben der Aushändigung der Belobigungsurkunden, überreichte Herr Paschek den Geehrten als zusätzliche Anerkennung sowie zum Dank zwei Geschenke.

Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Westhessen – Wiesbaden
Konrad-Adenauer-Ring 51
65187 Wiesbaden
Telefon: (0611) 345-1042 / 1041 / 1043
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Quelle: ots

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